Mildes Klima das ganze Jahr, der Atlantik vor der Tür und Berge direkt dahinter: Kein Wunder, dass immer mehr Deutsche übers Auswandern nach Madeira nachdenken. Ich verbringe selbst viel Zeit auf der Insel und zeige euch hier, was ihr für den Umzug braucht, was das Leben kostet und worauf ihr euch einstellen solltet.

Braucht ihr als Deutsche ein Visum?

Nein. Madeira gehört zu Portugal und damit zur EU. Als EU-Bürger könnt ihr ohne Visum einreisen, hier leben und arbeiten. Wenn ihr länger als drei Monate bleibt, müsst ihr euch bei der Câmara Municipal (dem Rathaus) eurer Gemeinde registrieren und erhaltet dort das Certificado de Registo de Cidadão da União Europeia. Die Gemeinden heißen auf Madeira übrigens Freguesias bzw. Concelhos.

Die wichtigsten Schritte beim Auswandern

1. NIF beantragen

Die NIF (Número de Identificação Fiscal) ist eure portugiesische Steuernummer. Ohne sie könnt ihr keinen Mietvertrag unterschreiben, keinen Handyvertrag abschließen und kein Bankkonto eröffnen. Sie ist deshalb meist der allererste Schritt.

2. Bankkonto eröffnen

Für Miete, Strom und Wasser ist ein portugiesisches Konto sehr praktisch. Die großen Banken sind auch auf Madeira vertreten.

3. Wohnsitz registrieren

Nach spätestens drei Monaten meldet ihr euch bei der Câmara Municipal an. Das Registrierungszertifikat braucht ihr für viele weitere Behördengänge.

4. Gesundheitsversorgung

Sobald ihr offiziell gemeldet seid, könnt ihr euch im zuständigen Centro de Saúde für das öffentliche Gesundheitssystem registrieren. Klärt vorher, wie ihr krankenversichert seid, besonders wenn ihr selbstständig oder remote für einen deutschen Arbeitgeber arbeitet.

5. Steuern klären

Wer seinen Lebensmittelpunkt nach Madeira verlegt, wird in der Regel in Portugal steuerpflichtig. Das frühere NHR-Programm gibt es für Neuankömmlinge in seiner alten Form nicht mehr. Lasst euch unbedingt vorher von einer Steuerberatung beraten, die sich mit Deutschland und Portugal auskennt.

Lebenshaltungskosten auf Madeira

Madeira ist nicht mehr das günstige Geheimnis von früher, vor allem bei den Mieten. Grobe Richtwerte für 2026 (pro Monat):

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Günstiger als in Deutschland sind vor allem Essen gehen, Kaffee, lokales Obst und Gemüse sowie der öffentliche Nahverkehr. Die Mehrwertsteuer ist auf Madeira etwas niedriger als auf dem portugiesischen Festland. Teurer wird es bei importierten Produkten, Elektronik und Autos. Und: Die Gehälter vor Ort liegen deutlich unter deutschem Niveau. Wer von einem lokalen Job leben will, sollte sehr genau rechnen.

Wo leben auf Madeira?

Mein Tipp: Mietet zuerst für ein paar Monate möbliert und sucht euch dann vor Ort eine feste Wohnung. Viele Angebote werden nie online gestellt.

Ehrliche Nachteile

Häufige Fragen zum Auswandern nach Madeira

Kann ich als Deutscher einfach nach Madeira ziehen?

Ja. Als EU-Bürger braucht ihr kein Visum. Ab drei Monaten Aufenthalt müsst ihr euch bei der Gemeinde registrieren.

Wie viel Geld braucht man zum Leben auf Madeira?

Als Single solltet ihr inklusive Miete mit mindestens 1.500–2.000 € im Monat rechnen, in Funchal eher mehr.

Wo wohnen die meisten Auswanderer?

In und um Funchal sowie an der sonnigen Südwestküste rund um Ponta do Sol und Calheta.

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Ihr wollt ohne eigenes Auto leben? Dann lest meinen Artikel Madeira ohne Auto. Und wenn ihr doch fahrt, hilft euch mein Guide zu Madeiras Straßen.

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