„Wie sind die Straßen auf Madeira?“ Diese Frage bekomme ich ständig. Die kurze Antwort: besser als ihr Ruf, aber anders als zu Hause. Hier erfahrt ihr, was euch auf Madeiras Straßen erwartet und wie ihr entspannt über die Insel kommt.
Die Schnellstraße VR1 & die vielen Tunnel
An der Südküste verbindet die Via Rápida VR1 den Osten mit dem Westen, vorbei am Flughafen, an Funchal und Ribeira Brava. Sie ist gut ausgebaut und mautfrei. Dazu kommen unzählige Tunnel, die die Fahrzeiten in den letzten Jahrzehnten stark verkürzt haben. Auch die Tunnel sind kostenlos. Seid auf die schnellen Wechsel zwischen dunklem Tunnel und grellem Sonnenlicht gefasst, Sonnenbrille griffbereit halten!
Die alten Bergstraßen
Abseits der Schnellstraßen wird es spannend. Die alten Straßen schlängeln sich in engen Kurven die Hänge hinauf, manche Abschnitte gehören zu den steilsten Straßen Europas. Typisch sind:
- sehr steile Anstiege, vor allem in Funchal und in den Dörfern
- enge Serpentinen, in denen sich zwei Autos kaum begegnen können
- Nebel und Wolken in den Bergen, oft schon ab ca. 1.000 m
- nasse Fahrbahnen im Norden und in der Höhe
Die Belohnung sind spektakuläre Aussichtspunkte, auf Madeira Miradouros genannt, und Täler, in die kein Bus fährt.
Wichtige Verkehrsregeln
- Es gilt Rechtsverkehr.
- Tempolimits: 50 km/h innerorts, 90 km/h außerorts, 120 km/h auf Autobahnen. Auf der VR1 gelten oft niedrigere, ausgeschilderte Limits.
- Promillegrenze: 0,5.
- Im Kreisverkehr hat Vorfahrt, wer drin ist.
- Mietwagen gibt es meist ab 21 Jahren.
Parken auf Madeira
In Funchal ist Parken oft das größte Problem. Nutzt am besten Parkhäuser oder bezahlte Parkzonen. Gelbe Markierungen bedeuten Parkverbot, dort wird auch abgeschleppt. An beliebten Zielen wie dem Pico do Arieiro oder bei Wanderstartpunkten sind die Parkplätze früh morgens schnell voll.
Meine Tipps für den Mietwagen
- Genug PS: Nehmt kein zu schwaches Auto. Auf steilen Anstiegen ist ein etwas stärkerer Motor Gold wert.
- Automatik macht das Anfahren am Berg deutlich entspannter.
- Vollkasko ohne Selbstbeteiligung: Kratzer an engen Stellen passieren schnell.
- Bremsen schonen: Bergab im niedrigen Gang fahren statt dauerhaft zu bremsen.
- Hupen vor engen Kurven ist auf alten Bergstraßen üblich und sinnvoll.
- Nicht nur aufs Navi verlassen: Es schickt euch manchmal über extrem steile Nebenstraßen. Bleibt im Zweifel auf den Hauptstraßen.
Häufige Fragen zu Madeiras Straßen
Ist Autofahren auf Madeira gefährlich?
Nicht, wenn ihr vorsichtig fahrt. Die Hauptstraßen sind gut ausgebaut. Anspruchsvoll sind vor allem die steilen, engen Nebenstraßen.
Gibt es auf Madeira Maut?
Nein, weder auf der VR1 noch in den Tunneln.
Brauche ich überhaupt ein Auto?
Nicht unbedingt. Aber ich würde es immer anraten. Wie es ohne geht, lest ihr in Madeira ohne Auto und in meinem Guide zum Busfahren auf Madeira.







